Parlament verabschiedet Vorlage zur Unternehmenssteuerreform III

Das Parlament hat am vergangenen Freitag die Vorlage zur Unternehmenssteuerreform III verabschiedet. Die SP hat das Referendum bereits angekündigt. Somit wird das Schweizer Volk, voraussichtlich im Februar 2017, das letzte Wort zur Steuerreform haben. Die letzte Steuerreform im 2008 (USTR II) wurde mit einem denkbar knappen Resultat von den Stimmbürgern gutgeheissen (50.5% Ja-Stimmen).

Die Unternehmenssteuerreform III wurde nötig um den Anforderungen der EU sowie der OECD gerecht zu werden. Entsprechend werden die Steuerprivilegien für international tätige Unternehmen abgeschafft. Um die drohenden Steuereinbussen – aufgrund von Wegzügen der Unternehmen – zu kompensieren, hat sich das Parlament auf die folgenden vier Ersatzmassnahmen geeinigt:

  1. Einführung einer „Patentbox“ und somit eine reduzierte Besteuerung von Erträgen aus geistigem Eigentum;
  2. Forschungsaufwand kann auf Kantonsebene nicht wie bis anhin mit 100% sondern mit 150% geltend gemacht werden;
  3. Abzug von kalkulatorischen Zinsen auf dem „überschüssigen“ Eigenkapital;
  4. Der Kantonsanteil an der direkten Bundessteuer wird von 17% auf 21.2% erhöht.

Dadurch erhalten die Kantone einerseits mehr finanzielle Mittel vom Bund und zum anderen „Werkzeuge“ um die steuerprivilegierten Unternehmen an ihren bisherigen Standorten zu halten. Gleichzeitig kommen bisher nicht privilegierte Unternehmen in den Genuss von den den erwähnten Ersatzmassnahmen, was weitere Steuerausfälle verursachen wird.

Unabhängig von der vorliegenden Reform, werden die Kantone über Steuersenkungen befinden, um dem Wegfall der Steuerprivilegien entgegen zu wirken. Der Kanton Waadt hat bereits im März 2016 über die Umsetzung der Unternehmenssteuerreform III entschieden und die einhergehenden Steuersenkungen für Unternehmen mit einem deutlichen Mehr von 87.1% angenommen.

Wir werden Sie über die weitere Entwicklung diesbezüglich auf dem Laufenden halten.

Posted on Juni 20, 2016 in Politik, Steuern

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