Steuerliche Behandlung von Vorfälligkeitsentschädigungen bei Hypothekenauflösung

Bei einer vorzeitigen Auflösung von Festhypotheken, sind teilweise Vorfälligkeitsentschädigungen geschuldet um den Kreditgeber für die entgangenen Gewinne abzugelten.

Wie diese Entschädigungen steuerlich einzuordnen sind, wurde von den Kantonen unterschiedlich ausgelegt. Bei vielen Kantonen konnten diese Entschädigungen nicht von der Grundstückgewinnsteuer abgezogen werden.

Das Bundesgericht hat nun in ihrem Entscheid vom 3. April 2017 eine einheitliche Behandlung der Entschädigungen festgelegt. Dabei wurden drei Kategorien von unterschiedlichen Konstellationen konkretisiert.

 

a) Verkauf Liegenschaft / Auflösung Hypothek

Die Vorfälligkeitsentschädigung klassifiziert als „Anlagekosten“ und kann von der Grundstückgewinnsteuer abgezogen werden. Bei der Einkommenssteuer kann die Vorfälligkeitsentschädigung jedoch nicht abgezogen werden.

 

b) Umfinanzierung beim gleichen Kreditgeber (z.B. aufgrund Teilverkauf)

Die Vorfälligkeitsentschädigung kann von der Einkommenssteuer abgezogen werden.

 

c) Neue Hypothek bei anderem Kreditgeber

Die Vorfälligkeitsentschädigung kann nicht vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

 

Quelle: Bundesgerichtsurteile vom 3. April 2017 (2C_1165/2014, 2C_1166/2014, 2C_1148/2015)

Posted on Juli 20, 2017 in Bundesgerichtsentscheide, Politik, Steuern

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