Steuerliche Erleichterungen für Start-Ups im Kanton Zürich

Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat mit seiner Medienmitteilung vom 1. März 2016 steuerliche Erleichterungen für Start-Ups in ihrer Anfangsphase erlassen. Im Rahmen der Medienmitteilung wurde ein Praxishinweis veröffentlicht, welcher das Kreisschreiben Nr. 28 für die Bewertung von Unternehmen präzisiert.

Das Kreisschreiben Nr. 28 regelt grundsätzlich, dass nichtkotierte Titel nach einem erfolgten Verkauf zum entsprechenden Verkaufspreis bewertet werden. Dies kann dazu führen, dass hohe Vermögenssteuerbewertungen resultieren, die unter Umständen sogar die Einkommen der Start-Up-Unternehmer übersteigen. Um diesen Missstand Rechnung zu tragen, führt der Praxishinweis aus, dass in den ersten drei Jahren lediglich der Substanzwert für die Bewertung relevant ist. Allfällige erzielte Kaufspreise durch Verkäufe oder Finanzierungsrunden sind somit für die Bewertung während dieser Phase nicht massgebend. Für die beiden anschliessenden Geschäftsjahre erfolgt eine Annäherung an die Bewertung nach Kreisschreiben Nr. 28. Ab dem sechsten Geschäftsjahr kommt dann nur noch die allgemein geltenden Bewertungsregeln nach Kreisschreiben Nr. 28 zum Zuge.

Für Unternehmen aus der Biotech- oder Medtech-Branche gilt für die Vermögenssteuerbewertung sogar nur der Substanzwert während den ersten fünf Jahren.

Dieser Praxishinweis zu den Bewertungsregeln findet in den folgenden Fällen keine Anwendung falls diese zu einem steuersystematischen Widerspruch führen:

  • Verkauf von einem massgeblichen Aktien-Anteil (i.d.R. 10%) an eine Drittpartei. In diesem Fall wird dieser Verkaufspreis für die Bewertung verwendet.
  • Wird der Verkehrswert des Unternehmens durch das Unternehmen selber festgelegt (z.B. bei Mitarbeiterbeteiligungen), gilt dieser Wert für die Vermögenssteuerbewertung.
  • Bei Ausübung von Mitarbeiteroptionen, wird für die Vermögenssteuerbewertung auf den bezahlten Ausübungspreis abgestellt.

Um steuersystematische Widersprüche zu vermeiden, sind die Start-Up-Unternehmen verpflichtet der Steuerbehörde vollumfängliche Auskunft über die angewendeten Bewertungsgrundlagen zu erteilen.

Dieser neue Praxishinweis ist ab sofort gültig und ist auch auf alle noch nicht rechtskräftigen Einschätzungen anwendbar.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Posted on April 15, 2016 in Steuern

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